Erstellung eines kommunalen Starkregenrisikomanagements beschlossen

Wetterextreme beschäftigen uns in den zurückliegenden Jahren immer häufiger. Egal, ob es sich hierbei um tornadoähnliche Winde, glühend heiße Sommerwochen, Schneefälle in bisher nicht gekannten Mengen oder auch Starkregenereignisse handelt, die sog. Wetterextreme werden immer häufiger.

Mit der Problematik der Starkregenereignisse hat sich der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung beschäftigt. Diese Regenereignisse sind unvorhersehbar und können überall auftreten. Hierbei treten urplötzlich derartige Wassermassen auf, die die Bemessungsgrenzen moderner Kanalsysteme einfach überfordern. Die Folge sind auch Überflutungen in Siedlungsbereichen.

Um hier Vorsorge zu treffen, müssen die Kommunen entsprechende Maßnahmen veranlassen. Diese umfassen u.a. die Gefahrenermittlung, eine Risikoanalyse sowie die Erstellung entsprechender Handlungskonzepte. Da solche Maßnahmen jede Kommune betreffen, macht es Sinn, dass sich einzelne Städte und Gemeinden zusammenschließen, einfach um auch großräumigere Bereiche zu untersuchen und zu bewerten.

Deshalb haben sich Bad Schönborn, Kronau, Östringen, Malsch, Dielheim, Rauenberg, Wiesloch und Mühlhausen zusammengeschlossen, um ein solches Starkregenrisikomanagement erstellen zu lassen. Das zu beurteilende Gesamtgebiet umfasst hierbei 204 km2, davon ca. 26,5 km2 Siedlungsfläche.

Dr. Jäger vom Ing.-Büro Fa. geomer GmbH aus Heidelberg, welches als einziges Unternehmen ein Angebot zur Erstellung eines Starkregenrisikomanagements abgegeben hat, war in der jüngsten Gemeinderatsitzung anwesend und informierte die Ratsmitglieder.

Bei der anschließenden Aussprache gab GR Bruno Sauer für die Freien Wähler eine Stellungnahme zur Thematik ab:

„Herr Dr. Jäger, zunächst bedanke ich mich für den anschaulichen und informativen Vortrag, insbesondere der Darstellung der Unterscheidung zwischen Hochwasserschutzmaßnahmen und Starkregenrisikomanagement.

Wasser ist nicht umsonst ein wesentlicher Bestandteil der Elementarversicherung. Wasser bahnt sich seinen Weg und lässt sich nicht immer aufhalten. Das WIE sich das Wasser seinen Weg sucht und Schaden anrichtet, ist den möglicherweise betroffenen Bürgerinnen und Bürgern einerlei. Für sie ist wesentlich, wenn deren Keller mit Wasser vollgelaufen sind, wie und durch wen der Schaden beseitigt wird und ob die Gemeinde alles ihr gesetzlich Aufgegebene getan hat.

Die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Mühlhausen kennen noch das bekannte Bild der überfluteten Bahnhofstraße beim Jahrhunderthochwasser 1969, das sich in das kollektive Gedächtnis eingeprägt hat. Dieses Ereignis war die Initialzündung für die deutliche Verstärkung des Hochwasserschutzes in der Region aber auch in Mühlhausen.

Es war dann in der Amtszeit des dem heute gedachten verstorbenen damaligen Bürgermeisters Richard Schneider, in welcher das seinerzeitige Mammutprojekt Regenrückhaltebecken verwirklicht werden konnte. Seither konnten Überschwemmungen wie 1969 vermieden werden.

Dem Hochwasserschutz wird seither eine besondere Bedeutung zugemessen. Die Gemeinde hat insbesondere im letzten Jahrzehnt sehr viel in den Hochwasserschutz investiert und somit zum Schutz von Hab und Gut der Bürgerschaft beigetragen. Mit der gut ausgestatteten Feuerwehr, die in solchen Fällen ihren Einsatz leistet und u. a. Keller usw. wieder leerpumpt, haben wir einen wesentlichen begleitenden Teil unserer Aufgaben im Rahmen der Gefahrenvorsorge gemacht.

Das Starkregenrisikomanagement ist nun ein weiterer Baustein dieser Gefahrenvorsorge. Während der Hochwasserschutz sich mit dem Problem, des aus den Gewässern übertretenden Wasser beschäftigt ist das Starkregenrisikomanagement auf das Oberflächenwasser, dass in Richtung Kanalsystem bzw. Gewässer fließt und dabei Schäden anrichtet, fokussiert. Hier werden wie beim Hochwasserschutz zunächst eine Risikoanalyse und daraus sich ergebende Handlungskonzepte erstellt.

Ohne Grundlagenermittlung ist keine Gefahrenvorsorge möglich. Was Wasser anrichten kann, dass im Zusammenhang mit Starkregenereignissen sich seinen Weg bahnt, zeigte das heute vorgestellte Beispiel in der Gemeinde Braunsbach Ende Mai 2016.

Mit im Boot beim avisierten Starkregenrisikomanagement sind 8 Kommunen der Region. Dass auch die interkommunale Zusammenarbeit, die wir auch in anderen Bereichen noch forcieren sollten, in diesem Zusammenhang gefördert wird, ist sehr zu begrüßen.

Hochwasserschutz sowie das nun avisierte Starkregenrisikomanagement als Vorarbeit für die Gefahrenvorsorge hat seinen Preis. Das hier investierte Geld ist jedoch gut angelegt.

Ein wesentlicher Baustein für das Starkregenmanagement wird die Transparenz sein. Es gilt bei diesem Thema umso mehr, dass die Bevölkerung zeitnah und umfassend über die jeweiligen Verfahrensschritte und Auswirkungen informiert wird. Wir stimmen dem Beschlussvorschlag zu“.

Für die Freie Wähler-Bürgerliste e. V.
Reimund Metzger, Gemeinderat         

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