Gedämpfter Optimismus beim Breitbandausbau in der Gemeinde Mühlhausen

Herr Thomas Heusel vom Zweckverband „High-Speed-Netz“ des Rhein-Neckar- Kreises informierte die Ratsmitglieder in der jüngsten Gemeinderatsitzung über den Sachstand der Ausbaumaßnahmen „bessere Versorgung von Mühlhausen, Rettigheim und Tairnbach mit schnellem Internet per Glasfaser“.

Nach seinen Angaben ist Mühlhausen aktuell „nicht so schlecht versorgt“. Diese Aussage unterlegte er in seiner Präsentation mit entsprechenden Grafiken zur Schnelligkeit der Internet-Verbindungen.

Hierbei zeigte sich, dass die jeweiligen Ortsmitten erheblich besser versorgt waren als die weiter weggelegenen Wohnbaugebiete. Der Grund liegt quasi auf der Hand, musste doch lediglich das bereits vorhandene Netz von Telekom/Post ertüchtigt werden.

Seitens der Gemeinde wurden bei den Baumaßnahmen an der Hauptstraße, dem Neubaugebiet „Riebel“ und dem Gewerbegebiet „Rotwiesen“ Leerrohre verlegt, um dort Glasfasertechnologie zugänglich zu machen. Fauxpas an dieser Maßnahme: Der Durchmesser der verlegten Leerrohre ist für die Anforderungen des High-Speed-Netzes teilweise zu klein !

Herr Heusel erklärte, dass der Zweckverband lediglich für die Infrastruktur zuständig sei. Seit Gründung des Verbands wurde schwerpunktmäßig das sog. „Backbone“ Netz geplant und ausgebaut, damit dann jede Kommune an diese Datenautobahn angeschlossen werden kann.

Zwischenzeitlich seien hier ca. 400 km Glasfaserleitungen verlegt worden, die 54 Kommunen miteinander verbinden. Derzeit stünde der Ausbau von Gewerbegebieten und Schulen auf der Prioritätenliste.

Anfang 2022 sollen die drei Schulen der Gemeinde angeschlossen werden, Anfang 2023 folgen die beiden Gewerbegebiete „Ruhberg“ und „Rotwiesen“.

Für den innerörtlichen Ausbau des Glasfasernetzes ist die Gemeinde zuständig. Aber selbst wenn hier alle Kabel verlegt wären, müsste sich jeder Haushalt um den Anschluss selbst kümmern. Der Zweckverband „High-Speed-Netz“ und die Internet Anbieter sind zwei vollkommen verschiedene Paar Stiefel. Ohne Vertrag mit einem der vielen Anbieter kommt auch kein Signal aus der Glasfaserleitung !

Fraktionsübergreifend war man sich einig, dass eine Versorgung mit schneller Internettechnik (Glasfaser) dringend notwendig sei, die Realisierung aber aufgrund wegbrechender Finanzen in absehbarer Zeit nicht angegangen werden kann.

Der Anschluss aller drei Ortsteile ans „Backbone“ wird mit ca. acht Millionen Euro veranschlagt.

Kleiner Hoffnungsschimmer sind laut Heusel die Förderprogramme, welche 90 % der Kosten abdecken könnten. 50 % der anfallenden Kosten für den FTTB-Ausbau („Fibre to the Building“) übernimmt der Bund mit dem aktuellen „Förderprogramm Breitbandausbau Gewerbegebiete“, 40 % könnten über Landesmittel akquiriert werden.

Für die Freie Wähler-Bürgerliste e. V.
Reimund Metzger, Gemeinderat

 

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